Kriterien

Es liegt auf der Hand, dass sowohl Studium als auch Beruf zu deinen Interessen und deiner Persönlichkeit passen sollten. Im Idealfall bist du „intrinsisch motiviert“. Was bedeutet: In einer Tätigkeit aufzugehen, Dinge um ihrer selbst willen zu tun und im „Flow“ zu sein.

Berufsaussichten

Gleichzeitig wünschen sich die meisten angehenden Studenten gute und sichere Perspektiven. Bei Studiengängen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragte Kenntnisse vermitteln, muss man sich keine großen Gedanken über die Berufsaussichten machen, v.a. bei:

  • ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen
  • Mathematik, Physik und Chemie
  • Informatik
  • wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen
  • Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen
  • Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie
  • Lehramt (abhängig von Fächerkombination und Schulform)
  • Psychologie und Wirtschaftspsychologie
  • Soziale Arbeit (allerdings verbunden mit überschaubaren Einkommensperspektiven)
  • Jura (mit Einschränkung) und Wirtschaftsrecht

Mit weniger guten Aussichten arrangieren müssen sich Abiturienten, die sich mit Mathe, Technik und Naturwissenschaften nicht anfreunden können - und Jura und BWL zu trocken finden. Sozial- und geisteswissenschaftliche Studiengänge vermitteln nämlich keine eindeutig berufsrelevanten Kenntnisse. Alternativ kommen eine Reihe weiterer Richtungen, z.B. Design, Architektur und Städtebau, in Frage, bei denen die Aussichten allerdings auch als problematisch gelten.

Aber auch mit einem vermeintlich wenig aussichtsreichen Fach lässt sich eine interessante Laufbahn starten. Voraussetzung hierfür ist, dass du Leidenschaft für das Fach mitbringst, dich frühzeitig auf ein Berufsfeld festlegst und darauf hinarbeitest - auch neben dem eigentlichen Studium. Hilfreich ist in vielen Fällen die Bereitschaft, sich Berufsfeldern zu öffnen, welche nicht direkt etwas mit dem eigentlichen Studienfach zu tun haben.

Berufsfelder

Dass ein Studium passende Berufsfelder eröffnet, sollte man bei der Studienwahl unbedingt mitbedenken.

Wer z.B. Medizin oder auf Lehramt studiert, weiß ziemlich genau, was später beruflich auf ihn zukommt. Bei den meisten anderen Studiengängen eröffnen sich völlig unterschiedliche Berufsfelder, die mehr oder weniger gut zu einem passen können. Beispiele:

  • Die Anforderungen an einen Betriebswirt im Produktmanagement sind ganz andere als im Bereich Finanzen.
  • Nach einem Bachelor in Psychologie kann man z.B. im Master einen Schwerpunkt in Klinischer Psychologie setzen und eine Ausbildung zum „Psychologischen Psychotherapeuten“ anschließen. Oder man belegt einen Master in Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie und geht in die Personalentwicklung.
  • Bei Sozialwissenschaftlern sind die Möglichkeiten noch vielfältiger: Neben der öffentlichen Verwaltung und dem Gesundheitswesen können sich Absolventen z.B. in Richtung „Marktforschung“ oder „Entwicklungszusammenarbeit“ orientieren. Also zu Bereichen, die mit völlig unterschiedlichen Tätigkeiten verbunden sind.

Aufnahmechancen

Ein weiteres entscheidendes Kriterium bei der Studienwahl können die Aufnahmechancen im Wunschstudium sein. Wer kein hervorragendes Abitur abgelegt hat und Medizin studieren will, dem bleibt eigentlich nur ein Studium im Ausland - wenn überhaupt. Dies gilt in ähnlicher Weise für Psychologie. BWL, Jura und Lehramtsstudiengänge sind an manchen Hochschulen mit recht hohen NC-Werten belegt, so dass man ggf. Kompromisse beim Studienort eingehen muss. Wenig bekannt ist, dass Studienplatzklagen in BWL (und z.B. Wirtschaftspsychologie) gute Erfolgschancen haben und gar nicht so teuer sind. Alternativ können BWL- oder Psychologie-Interessierte versuchen, einen Studienplatz in den Niederlanden zu bekommen. In englischsprachigen Studiengängen bekommt man hier die wichtige Fremdsprache automatisch mit vermittelt. Dann gibt es natürlich noch die privaten, also kostenpflichtigen Hochschulen, von denen meiner Meinung nach nur einige wenige zu empfehlen sind. Übrigens arbeiten nicht alle Studiengänge mit NC-Verfahren, sondern mitunter auch mit besonderen Zulassungsverfahren, bei denen neben der Abiturnote z.B. die Ergebnisse von Aufnahmetests eine Rolle spielen.